Digitale Transformation erfordert außerdem eine
passende Unternehmenskultur. Mitarbeiter müssen offen
für Veränderungen sein und bereit sein, neue
Arbeitsweisen auszuprobieren
(Fraunhofer IAO 2026). Auch eine gute Kommunikation
ist wichtig. Beschäftigte sollten darüber informiert
werden, warum neue Systeme eingeführt werden und
welche Vorteile sich daraus ergeben. Dadurch können
Unsicherheiten reduziert werden
(Fraunhofer IAO 2026).
Die zuvor dargestellten Kompetenz-, Führungs- und
Strukturfragen werden durch kulturelle und
kommunikative Voraussetzungen ergänzt.
Organisationale Veränderungsfähigkeit setzt voraus,
dass bestehende Routinen überprüft und neue
Arbeitsweisen innerhalb der Organisation erprobt
werden können
(vgl. Vial 2019, S. 129–132;
Fraunhofer IAO 2026, o. S.).
Kommunikation übernimmt hierbei eine verbindende
Funktion zwischen strategischer Zielsetzung und
operativer Umsetzung. Beschäftigte benötigen
Orientierung darüber, welche Ziele mit einer
Veränderung verfolgt werden, welche Konsequenzen sich
für bestehende Arbeitsabläufe ergeben und wie der
Veränderungsprozess organisatorisch unterstützt wird
(vgl. Fraunhofer IAO 2026, o. S.).
Unternehmen müssen außerdem ausreichend finanzielle
und personelle Ressourcen zur Verfügung stellen.
Ohne diese Ressourcen kann eine digitale
Transformation nicht erfolgreich umgesetzt werden
(Hess et al. 2016). Die Digitalisierung deutscher
Büro- und Verwaltungsprozesse ist in den vergangenen
Jahren weiter vorangeschritten. Allerdings
unterscheiden sich Unternehmen weiterhin deutlich
nach ihrer Größe (Bitkom 2024).
Neben diesen sozialen und strukturellen Bedingungen
ist auch die Ressourcenallokation als Bestandteil der
organisationalen Umsetzung zu berücksichtigen.
Hess et al. behandeln finanzielle
Rahmenbedingungen ausdrücklich als eine Dimension
digitaler Transformationsstrategien, sodass Ressourcen
nicht losgelöst von technologischen und strukturellen
Entscheidungen betrachtet werden können
(vgl. Hess et al. 2016, S. 127–132).
Der bereits in Abschnitt 2.2 herangezogene Digital
Office Index liefert hierzu einen ergänzenden
empirischen Kontext, da sich der
Digitalisierungsgrad von Büro- und
Verwaltungsprozessen zwischen Unternehmensgrößen
unterscheidet
(vgl. Bitkom 2024, o. S.).
Unterschiedliche Digitalisierungsstände können als
Ausgangspunkt für unterschiedliche
Transformationsanforderungen dienen, erklären jedoch
für sich genommen noch nicht, wie erfolgreich
Veränderungsprozesse innerhalb einer Organisation
umgesetzt werden
(vgl. Verhoef et al. 2021, S. 895–898;
Fraunhofer IAO 2026, o. S.).
Insgesamt zeigt sich, dass Technik, Mitarbeiter,
Führung, Kommunikation und Unternehmenskultur
zusammenpassen müssen, damit die digitale
Transformation erfolgreich ist
(Vial 2019; Fraunhofer IAO 2026).
Zusammenfassend lässt sich die organisationale
Umsetzung digitaler Transformation als Zusammenspiel
mehrerer miteinander verbundener Ebenen verstehen.
Die in Abschnitt 2.2 herausgearbeitete strategische
Steuerung schafft einen Orientierungsrahmen, dessen
Umsetzung jedoch von organisationalen Strukturen,
Kompetenzen der Beschäftigten, Führung,
Kommunikation, kultureller Veränderungsbereitschaft
und verfügbaren Ressourcen abhängt
(vgl. Hess et al. 2016, S. 127–133;
Verhoef et al. 2021, S. 895–898).
Zugleich zeigen die vorangegangenen Ausführungen, dass
diese Faktoren nicht unabhängig voneinander wirken.
Qualifizierung kann beispielsweise die Akzeptanz
digitaler Systeme unterstützen, während Führung und
Kommunikation Orientierung im Veränderungsprozess
schaffen
(vgl. Saranya/Vasantha 2023, S. 396–398;
Fraunhofer IAO 2026, o. S.).
Damit schließt Abschnitt 2.3 unmittelbar an die
strategische Perspektive des vorangegangenen
Unterkapitels an: Digitale Transformation ist weder
ausschließlich als Technologieprojekt noch als
isolierte Organisationsentwicklung zu verstehen,
sondern als Veränderungsprozess, in dem strategische,
technologische und organisationale Dimensionen
wechselseitig aufeinander bezogen werden müssen
(vgl. Vial 2019, S. 132–135;
Verhoef et al. 2021, S. 895–898).