7 Formulierungen, die wissenschaftliche Texte unnötig schwach machen
Kleine sprachliche Gewohnheiten können einen eigentlich guten wissenschaftlichen Text unnötig kompliziert oder unpräzise wirken lassen.
Inhaltlich ist Deine Arbeit fertig. Trotzdem wirken manche Sätze noch nicht so klar, wie Du möchtest.
Das passiert besonders häufig bei längeren wissenschaftlichen Arbeiten. Wer über Wochen oder Monate am gleichen Text schreibt, gewöhnt sich an bestimmte Formulierungen und erkennt viele sprachliche Schwächen irgendwann kaum noch.
Dabei muss wissenschaftliche Sprache nicht besonders kompliziert sein. Sie sollte vor allem präzise, verständlich und nachvollziehbar bleiben.
Wissenschaftlich zu schreiben bedeutet nicht, möglichst kompliziert zu formulieren. Ein guter wissenschaftlicher Text macht komplexe Gedanken verständlich.
„Man kann sagen, dass …“
Diese Formulierung ist nicht grundsätzlich falsch. Häufig macht sie eine Aussage jedoch nur länger und indirekter.
„Man kann sagen, dass die Ergebnisse einen Zusammenhang zwischen den untersuchten Variablen zeigen.“
„Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen den untersuchten Variablen.“
Die zweite Variante kommt schneller zum eigentlichen Punkt. Prüfe deshalb, ob Einleitungen wie „man kann sagen“ oder „es lässt sich feststellen“ tatsächlich notwendig sind.
„Viele Studien zeigen …“
Eine solche Formulierung klingt zunächst überzeugend. Gleichzeitig bleibt offen, auf welche Studien Du Dich tatsächlich beziehst.
Welche Studien genau?
Formuliere Deine Aussage so konkret, wie es die von Dir verwendeten Quellen zulassen. Wissenschaftliche Präzision ist wichtiger als eine möglichst große Behauptung.
„Wie bereits erwähnt …“
Rückverweise sind in längeren Arbeiten normal. Die gleiche Standardformulierung muss sich jedoch nicht durch die gesamte Arbeit ziehen.
„Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich die beiden Gruppen.“
„Wie in Kapitel 3.2 dargestellt, unterscheiden sich die beiden Gruppen.“
Ein konkreter Verweis macht es einfacher, Zusammenhänge innerhalb Deiner Arbeit nachzuvollziehen.
„Die Ergebnisse sind sehr interessant.“
Wörter wie „interessant“, „spannend“ oder „bemerkenswert“ bewerten ein Ergebnis, erklären aber noch nicht, was daran wissenschaftlich relevant ist.
Was genau macht das Ergebnis besonders?
Weicht es von früheren Untersuchungen ab? Zeigt sich ein unerwarteter Unterschied? Oder bestätigt sich eine zuvor formulierte Annahme? Genau diese Information sollte in Deinem Text stehen.
„Offensichtlich“ und „selbstverständlich“
Wenn Du mehrere Monate an einem Thema arbeitest, können Dir viele Zusammenhänge irgendwann selbstverständlich erscheinen. Für Leserinnen und Leser muss das jedoch nicht gelten.
Eine Aussage wird nicht überzeugender, nur weil sie als eindeutig bezeichnet wird.
Wissenschaftliche Aussagen überzeugen durch Belege, nachvollziehbare Argumentation und eine klare Herleitung.
Unnötig komplizierte Formulierungen
Wissenschaftliches Schreiben wird häufig mit besonders komplizierten Formulierungen verwechselt.
„Die Durchführung einer Analyse der erhobenen Daten erfolgte unter Berücksichtigung der zuvor definierten Kriterien.“
„Die erhobenen Daten wurden anhand der zuvor definierten Kriterien analysiert.“
Beide Sätze vermitteln nahezu dieselbe Information. Der zweite lässt sich jedoch wesentlich schneller erfassen.
Überlange Sätze
Gerade bei komplexen Themen entstehen schnell Sätze mit mehreren Nebensätzen, Einschüben und zusätzlichen Erklärungen.
Musst Du Deinen eigenen Satz zweimal lesen?
Dann lohnt es sich häufig, daraus zwei klarere Sätze zu machen. Eine verständliche Formulierung ist kein Zeichen für fehlende Wissenschaftlichkeit.
Drei Fragen für Deine letzte Überarbeitung
- Ist sofort verständlich, was ich mit diesem Satz sagen möchte?
- Ist meine Aussage so konkret wie möglich?
- Kann ich einfacher formulieren, ohne an Genauigkeit zu verlieren?
Warum der Blick von außen hilfreich sein kann
Nach mehreren Wochen kennst Du Deinen eigenen Text sehr genau. Genau das kann die abschließende Korrektur erschweren.
Ein wissenschaftliches Lektorat betrachtet Deine Arbeit aus einer neuen Perspektive und kann sprachliche Stellen erkennen, die Dir selbst kaum noch auffallen.
Tippfehler, Grammatik und Zeichensetzung werden geprüft.
Formulierungen werden auf Klarheit und sprachliche Angemessenheit geprüft.
Schwer lesbare und missverständliche Stellen werden sichtbar.
Wiederholungen und sprachliche Brüche können leichter erkannt werden.
Wenn Du Deine Arbeit möglichst umfassend auf die Abgabe vorbereiten möchtest
Sprachlicher Feinschliff ist wichtig. Vor der finalen Abgabe können jedoch auch Fragen zur Argumentation, Quellenbasis, inhaltlichen Kohärenz und wissenschaftlichen Ausarbeitung entscheidend sein.
Wenn Du nicht nur einzelne sprachliche Stellen prüfen lassen möchtest, bietet Dir das All-in-Paket den umfassendsten Leistungsumfang. Es richtet sich an Studierende, die ihre Arbeit möglichst vollständig auf die finale Abgabe vorbereiten möchten.
- Erweiterung der Quellenbasis
- gezielte inhaltliche Ergänzungen
- Verbesserung der Argumentation und inhaltlichen Kohärenz
- Korrektur und aktive Optimierung wissenschaftlicher Aspekte
- abschließende Endkontrolle für Deine Abgabe
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